• Hans J. Betz, Journalist B.R.

Freudenfeuer


Scheveningen: Am letzten Tag des Jahres lebt es sich mancherorts gefährlich, denn viele Niederländer/innen geraten an Silvester buchstäblich aus dem Häuschen. Nebst legalem Feuerwerk wird auch illegale Ware abgebrannt, die vor allem aus Belgien oder anderen EU-Ländern mit lascheren Gesetzen stammt. (Die pennen in Brüssel, denn für Trinkhalme oder Staubsauger gibt es einheitliche EU-Vorschriften, für Feuerwerk jedoch nicht). Auch kommt es immer wieder zu schweren Verletzungen oder Todesfällen. In einem kleinen friesischen Dorf wurde ein Vater durch illegales Feuerwerk getötet und ein junger Mann musste mit schweren Verletzungen nach Groningen geflogen werden, weil ihm ein Idiot eine brennende Rakete in die Jacke steckte. Und Scheveningen schlitterte durch ein viel zu großes Freudenfeuer knapp an einer Katastrophe vorbei. Am Strand wurde mit Paletten ein 50 Meter hoher Turm aufgeschichtet. Die Flammen des Freudenfeuers schlugen weit in den Himmel und der Funkenflug beschädigte Häuser und Autos. Die Feuerwehr war bis weit in den 1. Januar hinein mit Lösch- und Aufräumarbeiten beschäftigt. Beim Jahreswechsel 2017/2018 mussten in den Niederlanden 435 Personen wegen Verletzungen durch Feuerwerk in Krankenhäusern behandelt werden. Weit über 700 Menschen mussten einen Hausarzt aufsuchen. Auch werden die Hilfsdienste immer mehr belästigt und sogar körperlich angegangen. Einfach nur asozial! Für Tiere ist die Knallerei ebenfalls problematisch, da beispielsweise das Gehör einer Katze acht Mal besser wie bei Menschen ist. Sie ängstigen sich und ziehen sich zurück. Auch unsere Redaktionskatze “Büsi” hat sich in die hinterste Ecke verkrochen und war sichtlich froh, als die Knallerei nachließ. In diesem Sinne, ein gutes und gesundes neues Jahr.