• Hans J. Betz

Ab auf die Insel, oder doch nicht?


Die Infrastruktur lässt die geforderten Abstände nicht zu.

Terschelling: Die vier Watteninseln Terschelling, Ameland, Vlieland und Schiermonnikoog sind bisher von Corona verschont geblieben. Das soll auch so bleiben. Deshalb rufen die Insel-Bürgermeister dazu auf, den Inseln fern zu bleiben. Die Fähren fahren überdies nach einem speziellen Fahrplan, der nur noch wenige Abfahrten vorsieht. Außerdem bleiben die Jachthäfen auf den Inseln bis zum 1. Juni geschlossen, da die Infrastruktur die geforderten Abstände zwischen den Booten nicht zulässt. Auch in den Häfen auf dem Festland müssen bestimmte Regeln beachtet werden. So muss bei Boxen zwischen den Booten immer ein leerer Liegeplatz sein und man darf nicht "im Päckchen" liegen. Premier Minister Rutte bittet überdies Belgier und Deutsche über Ostern zu Hause zu bleiben, obwohl in normalen Zeiten Gäste aus den Nachbarländern herzlich willkommen sind. Der Tourismussektor liegt beinahe am Boden. Hotspots wie Amsterdam, Marken oder Lisse sind leer wie nie. Verschiedene Veranstaltungen wie beispielsweise die berühmte Rad-Elfstädtetour mit bis zu 15.000 Teilnehmer/innen oder der Blumencorso von Zundert wurden abgesagt. Das Skutsjesilen (Frachtschiffregatte) in Friesland soll jedoch stattfinden. Wer eine Motor- oder Segeljacht gemietet hat, kann bisher seinen Urlaub antreten. Kontaktieren Sie Ihren Vermieter, der über regionale Beschränkungen Auskunft geben kann. Nutzen Sie auch die Angebote der Charterfirmen für Umbuchungen oder für Gutscheine für die nächste Saison. Die Anbieter sind Ihnen dankbar! Während zahlreiche Branchen bisher durch den Staat unterstützt werden, sind Hilfen für Wassersportbetriebe bisher ausgeblieben. Allein in Friesland leben über 10.000 Personen direkt vom Wassersport. Nicht allein Kredite sind grefragt, die über Jahre zurück bezahlt werden müssen, sondern auch direkte Hilfen wie etwa günstigere Krankekassenprämien, kein Selbstbehalt (€ 375,00) im Krankheitsfall oder eine Senkung der exorbitant hohen Energietarife. Solche Maßnahmen würden die Zukunft von manchen Betrieben - nicht nur im Wassersportsektor - überhaupt ermöglichen.