• Hans J. Betz

Alternative zu Calais


Die Ro/Ro Verbindungen wie z.B. IJmuiden – Newcastle sollen mehr genutzt werden.

Rotterdam: Die Briten möchten die Abhängigkeit für Im- und Exportgüter über den Hafen von Calais zurückschrauben. Die Coronakrise hat deutlich gemacht, dass der französische Fährhafen für die Briten eine zu dominante Position einnimmt. Obwohl die Fahrzeit zwischen Calais und Dover nur 1 ½ Stunden beträgt und die Tarife niedrig sind, ist diese Route bei Truckern und Spediteuren gleichermaßen unbeliebt, da Calais ein Hotspot für illegale Einreisen auf die Insel ist. Transportunternehmer raten ihren Fahrern deshalb, auf den Zufahrtswegen und Autobahnen in Richtung Calais nicht mehr anzuhalten, da auf den jeweiligen Parkplätzen – auch unter Anwendung von Gewalt – von Wirtschaftsflüchtlingen versucht wird an Bord von LKW zu gelangen, die nach England übersetzen. Auch in Calais selbst kommt es immer wieder zu Gewalt gegen Fahrer und Beschädigungen an Fahrzeugen. Wenn in England illegale Einreisende auf Ladeflächen angetroffen werden, wird auch der Fahrer gebüßt. Sollten sich diese sogar an Bord eines mit Lebensmitteln beladenen Fahrzeugs befinden, wird die Einfuhr verweigert und das Fahrzeug muss zurück nach Frankreich. Die Regierung Johnson möchte deshalb die Kapazitäten für Ro/Ro Verkehre mit begleiteten LKW und nicht begleiteten Sattelauflieger über die Häfen von Harwich und Felixtowe intensivieren. Außerdem sollen die Trajekte Hoek van Holland – Harwich, IJmuiden – Newcastle und Rotterdam – Hull mehr wie bisher genutzt werden.