• Hans J. Betz

Grün macht glücklich




Ijsselstein: Irland hat die Grüne Insel, wir das Grüne Herz, ein Torfweidegebiet das sich innerhalb der so genannten „Randsteden“ Rotterdam, Zoetermeer, Leiden, Haarlem, Amsterdam, Gouda und Utrecht befindet Ijsselstein, in der Nähe von Utrecht gelegen, ist ein idealer Ausgangspunkt, um das „Groene Hart“ zu entdecken. Hier befindet sich auch die Basis von Delos Yachtcharter, einem Vermieter mit einer vielseitigen Flotte, darunter auch die neuesten Motorjachten von Linssen. Die gesamte Region ist als „Nationaal Landschap“ ausgewiesen. Im Gegensatz zu einem Nationalpark steht in einer Nationalen Landschaft nicht allein die Natur im Mittelpunkt. Vielmehr ist auch der Mensch ein wichtiger Faktor. Wohnen, Kleingewerbe, Landbau und Agrarwirtschaft sind zugelassen, Großindustrie hingegen nicht. Erfahren und entdecken kann man dies besonders gut von Bord eines Bootes. Vom Ufer aus schauen glückliche Kühe zu den Booten hinüber und manchmal hüpft Frau Antje über die satte Weidelandschaft. Mit der Werbeikone für holländischen Käse sind wir bereits in Gouda angelangt, einer Stadt die weitaus mehr zu bieten hat, wie den berühmten Káse. Etwa „Stroopwafels“, Pfeifen und eine authentische Altstadt mit kleinen Geschäften. Kaum hat man Gouda hinter sich gelassen, befindet man sich bereits wieder zwischen sattgrünen Weiden und den glücklichen Kühen. Doch schon bald, je nach Fahrtroute, kommen weitere Städte in Sicht. Etwa Rotterdam, Europas größte Hafenstadt mit dem markanten Euromast, der neuen Markthalle und der Erasmusbrücke, dem neuen Wahrzeichen von Manhattan an der Maas, wie Rotterdam wegen der imposanten Skyline auch genannt wird. In Richtung Küste begegnet man riesigen Blumenfeldern und nicht endend wollenden Gewächshäusern. Den Haag, der Regierungssitz der Niederlande kommt in Sicht. Die Stadt ist nicht unbedingt ein touristisches Highlight. Vielmehr ist hier eine gewisse Nüchternheit, ja eine Ernsthaftigkeit zu verspüren, die nicht allein den Haagern nachgesagt wird. Vielmehr scheinen die über 190 hier lebenden Nationen immer auf dem Sprung zu sein, kaum Zeit zu haben. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass zwischen Konsulaten, Amtsgebäuden, Internationalen Organisationen und falsch parkenden Botschaftsautos hin und her hastende Menschen das Stadtbild prägen. Da nimmt man doch gleich die Trambahn nach Scheveningen, dem altehrwürdigen Seebad mit seinem berühmten Kurhaus. Vor den Toren des ehemaligen Fischerdorfs liegt die Miniaturstadt Madurodam, in Scheveningen selbst ragt die Pier weit in die Nordsee hinaus und ein Spaziergang über die Strandpromenade ist ebenfalls empfehlenswert. An schönen Sonn- und Feiertagen ist die Badewanne von Den Haag, wie Scheveningen auch genannt wird, kein guter Ausflugstipp, denn schon früh am Morgen reiht sich Auto an Auto und die Parkplätze sind voll. Scheveningen kann mit dem Boot nur über die Nordsee erreicht werden. Ein Revier das nicht ungefährlich ist, Navigationskenntnisse erfordert und für gemietete Motorjachten absolut verboten ist. Wir entfernen uns von der Küste und machen in Zaandam fest. Berühmt sind die Zaanse Huisjes im Zuckerbäckerstil. Die Stadt ist überdies das Zentrum der niederländischen Kakao- und Schokoladenindustrie, was man durchaus auch riechen kann. Über Amsterdam, der niederländischen Hauptstadt, braucht man nicht viele Worte zu verlieren. Weltberühmt der Grachtengürtel, die herrlichen Parkanlagen und die zahlreichen Museen. Weniger berühmt, eher berüchtigt, ist das Vergnügungsviertel „De Wallen“ mit seinen Schaufenstern und Amüsierlokalen“. Empfehlenswert hingegen ist ein Besuch der NDFM Werft, einstmals die größte Schiffswerft der Welt, heute eine Stätte für Ausstellungen und Kultur. Zu erreichen mit der kostenlosen Fähre ab Centraal Station oder auf eigenem Kiel. Nun wird es wieder naturnah, denn der Nationalpark de Biesbosch kann man ebenfalls mit dem Boot entdecken, der in den zwei Provinzen Süd-Holland und Brabant liegt. Das Wasser ist sauber und lädt zum Baden ein, es gibt schöne Liegeplätze, Faune und Flora bestimmen mehrheitlich die Landschaft. Bevor wir das Boot an den Ausgangspunkt unserer erlebnisreichen Reise, nach Ijsselstein zurück bringen, besuchen wir noch Utrecht, das Wirtschaftszentrum des Landes. „De Kelders“, unter der Straße am Wasser gelegene ehemalige Lagerhäuser die nun vor allem als Gaststätten genutzt werden, sind vor allem vom Boot aus ein Erlebnis. Utrecht hat überdies hat mit 12.500 Stellplätzen das größte Fahrrad-Parkhaus der Welt, vor Ort befindet sich in der ehemaligen Maliebaanstation ein hervorragendes Eisenbahnmuseum (auch für Kinder empfehlenswert) und der neu gestaltete Hauptbahnhof Utrecht Centraal ist ebenfalls eine sinnvolle Schlechtwetter-Destination. Wie lautete der Titel noch? Ach ja, Grün macht glücklich. Werden Sie glücklich, erfahren Sie das „Groene Hart “auf eigenem Kiel oder mit einem Charterboot. Ein Erlebnis das bestimmt seine Spuren hinterlässt und für eine Wiederholung durchaus gut ist.