• Hans J. Betz

Haben Messen eine Zukunft?


Leider können auch Wassersportmessen mittlerweile kurzfristig verboten werden.
Leider können auch Wassersportmessen mittlerweile kurzfristig verboten werden.

Amsterdam: Messeveranstalter und die damit verbundenen Dienstleister kämpfen in Zeiten von Corona um ihr Überleben. Veranstaltungen aller Art, darunter auch Wassersportmessen, können mittlerweile kurzfristig annulliert, im Klartext verboten werden. Auch wenn eine Messe stattfinden darf, ist für die Veranstalter und die Aussteller der Erfolg keinesfalls Programm. Wie viele Besucher werden zugelassen? Können genügend Standflächen vermietet werden?Besteht die Bereitschaft des Publikums während exorbitant hohen Corona Zahlen eine Messe überhaupt zu besuchen? Alles Faktoren die für Veranstalter und Aussteller wichtig sind. Ein Erfolg ist es bereits, wenn unter “Corona Voraussetzungen“ 35 % der sonst üblichen Besucherzahlen erreicht werden. Auf der kürzlich in Amsterdam abgehaltenen maritimen Fachmesse Metstrade war dies mit beinahe 12.000 Besuchern der Fall. (2019 besuchten vor Corona 26.924 Interessierte die Messe). Während Jahrhunderten waren Messen Handelsplätze und Orte der Kommunikation. Derzeit findet – nicht nur durch Corona – eine Verschiebung in die digitale Welt statt. Wer ohne Messen durch Internet Präsenz zulegen konnte stellt sich deshalb zwangsläufig die Frage, ob eine Messeteilnahme in Zukunft überhaupt noch Sinn macht? Doch nicht nur Messen kämpfen in der digitalen Welt um ihr Überleben, denn auch der Fach- und Einzelhandel in den Innenstädten verschwindet mehr und mehr. Selbst Restaurants sind, nicht allein durch Corona, in ihrer Existenz bedroht. Lieferdienste bringen komplette Mahlzeiten innerhalb von 10 Minuten bis an die Haustüre und moderne Sklaven schleppen Bierkästen bis in die 10. Etage. Vieles davon erinnert an den Film “Modern times“ von Charles Chaplin aus dem Jahr 1936. Fortschritt um jeden Preis, wer den Fortschritt bezahlt ist nebensächlich.