• Hans J. Betz

Rijnhaven nur für Reiche?



Im Hintergrund der Rijhafen, das Gebäude war Sitz der Holland Amerika Linie und ist heute Hotel New York (Foto 1995).

Rotterdam: Der Rheinhafen ist einer der ältesten Häfen am Südufer der neuen Maas. Er wurde zwischen 1887 und 1895 angelegt und umfasst eine Fläche von 28 ha. Er wurde einst als Schutzhafen angelegt, da in der damaligen Zeit der Fluss im Winter durch Eisgang in den Zuflüssen am Oberrhein nicht immer befahren werden konnte. Da der Verkehr von und nach Rotterdam immer mehr zunahm, wurde der Rheinhafen ausgetieft und auch für Seeschiffe zugänglich gemacht. Der Hafen wurde in der Folge zum Umschlaghafen auf Strom für Massengüter. Die Seeschiffe wurden an Bojen festgemacht, die Güter auf kleinere Einheiten verteilt. Später verlor der Rheinhafen seine Funktion für Massengut. Er wurde wieder Schutzhafen. In 2015 sind die Liegeplätze aufgehoben worden und die Binnenschiffe in den Maashafen verlegt worden. Mittlerweile wurde das Hafengebiet erneuert. Die alten Lagerhäuser mussten Hochbauten weichen und auch das nur noch alten Rotterdam-Kennern bekannte Vergnügungsviertel Katendrecht gibt es nicht mehr. Bekanntestes Lokal war das Walhalla in der Sumatrastraat. Hier wurde getanzt, es roch nach Bier und Genever und manchmal landete ein Besucher unsanft vor der Türe. Und noch etwas: Es bestehen Pläne, um im alten Rheinhafen einen Hafen für große Jachten oder sogar Superjachten anzulegen, also eine Marina für Reiche zu schaffen.