• Hans J. Betz

Unter falscher Flagge


Symbolbild: Zahlreiche Segelboote mit niederländischer Flagge wurden in Italien an die Kette gelegt,

Den Haag/Livorno (I): Zahlreiche Segelboote mit niederländischer Flagge wurden in diesem Sommer in Italien an die Kette gelegt, weil aus italienischer Sicht Zweifel über den Status des “ICP Internationaal certificaat voor Pleziervaartuigen” bestanden und immer noch bestehen. Das Dokument wird ïm Auftrag des Ministeriums für “Infrastructuur en Waterstaat” vom niederländischen Wassersportverband herausgegeben. Allerdings kann dieses Dokument ehrlichen und gutgläubigen Skippern Probleme verursachen, während unehrliche Bootseigner damit die geltenden Regeln umschiffen, sprich die Steuerbehörden hinters Licht zu führen. Das ICP ist jedoch kein offizieller Eigentumsbeweis und kann für wenig Geld beim Wassersportverband erworben werden. Eine Sichtung oder Prüfung des Bootes findet nicht statt. Mit dem ICP hat man auch kein Recht, die niederländische Flagge zu führen, denn dafür ist ein Katastereintrag nötig, eine Maßnahme die vel Papieraufwand, Zeit und Geld erfordert. In italienischen und in spanischen Häfen wurden Segeljachten mit niederländischen Flaggen registriert, deren Eigentümer die kein Wort Niederländisch sprachen. Verschiedene Politiker/innen in Den Haag fordern nun, dass der niederländische Staat die Aufsicht über das Dokumentenwesen wesentlich verbessert, damit ehrliche Bootsbesitzer die in italienischen oder spanischen Häfen einen Gast- oder Dauerliegeplatz haben, nicht in Schwierigkeiten geraten und der ICP Schein auch nicht mehr als Steuersparmodell missbraucht werden kann. Mit einem für Freizeitfahrzeuge (Pleziervaartuigen) bestimmten Papier war auch Skipper Claus Dieter Reisch 2018 mit dem NGO Lifeline Rettungsschiff im Mittelmeer unterwegs, um Boots-Flüchtlinge aufzunehmen. Bereits damals distanzierte sich der niederländische Staat von dieser Vorgehensweise und bestritt die Rechtmäßigkeit der niederländischen Flaggenführung.