• Hans J. Betz

Was für ein Schnapsladen


Hochprozentiges ist in den Niederlanden nur in den Slijterijen erhältlich.

Niederlande: In Deutschland kann man bei Aldi, beim Büdchen an der Ecke oder am Kiosk Spirituosen erwerben. Das ist völlig normal und auch legal. Nicht so in den Niederlanden, denn hier erhält man destillierte Getränke ausschließlich in der Slijterij (sprich Sleiterei), also im Spirituosengeschäft. In zahlreichen Supermärkten sind Slijterijen angegliedert die räumlich vom Ladenbereich getrennt und mit einer Türe versehen sind. Meist ist dieser Bereich unbesetzt. Wenn man die Slijterij betritt, ertönt eine Klingel. Eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter im Supermarkt weiß nun, dass sich jemand in der Slijterij befindet und erscheint kurz danach. Bier und Wein hingegen findet man normal in den Regalen der Supermärkte. Es gibt auch Slijterijen, die die gesamte Palette mit alkoholischen Getränken verkaufen, beispielsweise Mitra oder Gall & Gall. Das Gesetz über den Handel mit Spirituosen geht auf das Jahr 1882 zurück, als der Alkoholmissbrauch immer mehr zunahm. Stark alkoholische Getränke wurden damals in großen Korbflaschen an Kneipen geliefert. Manch ein Gast nahm nach einem gemütlichen Abend auch ein Fläschen Genever mit nach Hause. Das war nach 1882 so nicht mehr möglich, denn in Gaststätten durften Spirituosen nur noch für den Verzehr vor Ort verkauft werden. So entstand der Beruf des Slijters, der Schnäpse über die Gasse verkaufen, jedoch im Geschäft selbst keine Spirituosen ausschenken durfte.