Schrott am Kanal

Groningen: Wohnboote oder Wohnarchen wurden nach dem 2. Weltkrieg aus der Not heraus geboren, denn die Wohnungsnot war außerordentlich groß. Noch weit bis in die 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts waren diese Notwohnungen ein Zeichen des Mangels und galten nicht zuletzt als ärmlich. Mit der Hippiebewegung und den Blumenkindern wendete sich das Blatt und wohnen auf dem Wasser war nun plötzlich angesagt. In Amsterdam und anderswo schossen die Preise für Wohnboote plötzlich in die Höhe. Und heute kosten wertlose Schrottkisten die kurz vor dem absaufen sind, schnell einmal € 100.000,- und mehr. Nicht das Boot ist wertvoll, sondern der Liegeplatz. Die Wasserflächen und Ufer gehören zwar den Gemeinden, sind jedoch als übertragbare und im Kataster eingetragene Liegeplätze besonders wertvoll, obwohl je nach Gemeinde die jährlichen Entgelte nur etwa € 600,00 betragen. So wird etwa am Rande von Groningen ein völlig herunter gekommenes Wohnboot für € 95.000,- angeboten. Der Käufer kann damit nur wenig anfangen, sondern muss das Fragment aus Beton und Holz abschleppen und entsorgen lassen. Kosten etwa € 20.000,00. Nunmehr kann ein neues Wohnboot an derselben Stelle liegen. Im gesamten Land belegen Schrottboote die schönsten Liegeplätze und verschandeln die Gegend. Die Gemeinden sollten dem Handel mit solchen Fahrzeugen einen Riegel schieben. Wer einen Platz während Jahren mit einem Abbruchobjekt belegt, sollte dieses in nützlicher Frist renovieren, ersetzen oder entfernen. Es gibt genügend Menschen die gerne auf dem Wasser wohnen möchten, sich aber einen spekulativ besetzten Liegeplatz nicht leisten können.

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