Lifeline: Segelschein genügt!

Amsterdam: Man macht 14 Jahre zuvor auf dem Starnbergersee den Segelschein und wird 2016 mit einem “erweiterten“ Patent Hochsee-Kapitän. So ist der berufliche Werdegang von “Lifeline Kapitän“ Claus-Peter Reisch, der am kommenden Montag in Malta vor Gericht erscheinen muss. Bereits in der vergangenen Woche hat sich WasserSport in Nederland online mit der Lifeline befasst und das Fahren unter falscher Flagge angeprangert und auch die Frage aufgeworfen, ob Kapitän und Mannschaften über die nötigen Patente/Papiere verfügen. Die durch Lifeline im Internet veröffentlichten Anforderungsprofile für Kapitän und Crew machen deutlich, dass sich die Dresdner Hilfsorganisation maßlos überschätzt, denn das Verlangte taugt allenfalls für einen Mittelmeer-Törn mit einem Charterboot. Der Weg zum Kapitänspatent erfordert viel Zeit und Wissen. Es beginnt mit einem 18 Monate dauernden Studium zum Nautischen Offiziersassistenten. Am Beispiel der Hapag werden Anwärter während dieser Zeit 12 Monate Dienst auf See versehen und 6 Monate an Land unterrichtet. Zur Ausbildung gehören Terrestrische und astronomische Navigation, Routenplanung und Positionsbestimmung, Brückenwache und Maschinenkunde. Wissen das am Starnberger See wohl kaum benötigt wird. Dazu kommt noch allgemeine Seemannschaft. Und davon hat der selbst ernannte Kapitän nur wenig Ahnung, denn keinem verantwortungsbewussten Seemann würde es in den Sinn kommen, auf ein 24 m langes Schiff 230 Menschen aufzunehmen. Auch ist es fraglich, ob bei einer Havarie oder einem Umweltschaden eine Versicherung aufkommen würde, da Papiere für Schiff und Mannschaft allenfalls für Freizeitboote taugen. 

 

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