Junge haben kein Interesse

Den Haag: Das Durchschnittsalter von Wassersportlern in den Niederlanden liegt bei 55 Jahren. Durch die Vergreisung im Wassersportsektor hat die Anzahl der Passanten abgenomen. Viele Bootsbesitzer nutzen ihre Boote auch nur noch stationär, sind mittlerweile “Hafenkapitäne” geworden und kämen mit einer Gartenlaube weitaus günstiger davon. Weitsichtige Hafenbetreiber investieren deshalb in ihre Anlagen. Busch und Baum, Boule und Tennis, Grillabende und Unterhaltung, gratis WIFI und komfortable Sanitäranlagen, viel wird dafür getan, um die Festlieger und die Passanten bei Laune zu halten. Ein Problem ist aber auch – und dies nicht nur im Wassersportsektor, dass der Nachwuchs fehlt. Wer will noch einem Musikverein beitreten, wenn Musik zum Konsumprodukt degradiert wird? Wer will noch gemächlich über Kanäle schippern, wenn ein Flug nach Malle billig wie ein Busticket ist? Wer möchte das Boot der Eltern übernehmen, wenn damit Arbeit verbunden ist und Kosten anfallen? Nicht besitzen, sondern auf Zeit gebrauchen, also mieten ist angesagt. Außerdem hat sich in den letzten Jahren das Freizeitverhalten negativ verändert. Acht Stunden pro Tag auf das Handy starren sind mittlerweile wichtiger, wie etwas Nachhaltiges zu schaffen. Wenn nicht schnell ein Umdenken statt findet, Zweifel sind durchaus angebracht, dürften die “alten Freizeitkapitäne” in zahlreichen Jachthäfen, nicht nur in den Niederlanden, schon bald das Licht ausknipsen.

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