• Hans J. Betz, Journalist B.R.

Strandgut


Terschelling: In der Nacht vom 1. auf den 2. Januar “verlor” eines der weltweit größten Containerschiffe vor den Wattinseln bei schwerem Wetter 270 Container. Die MSC “Zoe” kann 19.000 TEU (20 Fuß Container laden und war nach Bremerhaven unterwegs. Zahlreiche Blechkisten wurden beschädigt und unbeschädigt bei den Inseln Terschelling, Schiermonnikoog und Vlieland angespült. Bei Ameland wurden keine Container angetroffen, jedoch Kühlschränke und Tiefkühlgeräte. In drei Containern befindet sich organisches Peroxyd in Puderform, also Gefahrengut. An einigen Stränden wurden massenweise Glühbirnen angespült. Aufräumen ist nun angesagt. Container werden abtransportiert und bei den Gemeinden gelagert. Einheimische und Touristen sammeln Müll ein und die Reederei Doeksen gewährt Helfern ermäßigte Fährtarife. Auch das Militär soll eingesetzt werden, Wirklich brauchbares Strandgut war bisher eher die Ausnahme. Benzintanks oder andere Ersatzteile für japanische Autos werden in der Regel von Otto Normalverbraucher nicht unbedingt benötigt. Allerdings gab es auch Glückspilze, die neueste Flatscreen TV Apparate unbeschädigt ergattern konnten. Auch viele Spielsachen wurden angespült und sorgten bei Müttern und Kindern für Freude. Manche Inselbewohner klapperten die Strände sogar mit Geländefahrzeugen mit Trailern ab, um Gefundenes abtransportieren zu können. Die Regeln für Strandgut in den Niederlanden werden in einem Gesetz von 1931 festgelegt. Angespülte Waren müssen der Polizei oder dem Bürgermeister ausgehändigt werden. Allerdings kann der Inselpolizist seine Augen nicht überall haben, weshalb “strandjutten” noch immer eine beliebte Freizeitbeschäftigung der Inselbewohner ist.