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  • AutorenbildHans J. Betz

Kein Interesse, Laden dicht


Es ist ein schöner Anblick wenn Jollen, gezogen vom Boot des Segellehrers zu den Übungsplätzen fahren.
Es ist ein schöner Anblick wenn Jollen, gezogen vom Boot des Segellehrers zu den Übungsplätzen fahren.

Die Boote stehen an Land, befinden sich im Winterlager, aktuelle Ereignisse im Bereich Wassersport gibt es derzeit nicht. Deshalb macht man sich Gedanken über die Ereignisse des Jahres, über das Erlebte, ja auch über die kleinen und nicht weltbewegenden Dinge der zurück liegenden Tage. Interessenlosigkeit ist eines der Themen, die mich persönlich bewegten. Desinteresse einem Verein beizutreten, Leistung zu zeigen, sich einzubringen.


Eine Einladung zu einem Weihnachtskonzert eines Damenchors führte schließlich dazu, mich näher mit der stetig zunehmenden Interessenlosigkeit in unserer Gesellschaft zu befassen. Die Musikrichtung ist nicht unbedingt mein Ding, die alte Dame die mich einlud – eine nette Dorfbewohnerin – wollte ich jedoch nicht enttäuschen. Erwartungsfroh betrat ich die festlich geschmückte Kirche, die Bänke vorwiegend mit Vertreter*innen 65 plus besetzt. (Hoffentlich habe ich den Genderstern am richtigen Ort gemacht.☺Die Orgel wurde gespielt, die Damen - viele davon mit grauem Haar, einige mit Rollatoren - sangen mit Inbrunst. Beim anschließenden Beisammensein mit Kaffee und Kuchen wurde auch über die Zukunft des Chors gesprochen. Es wird ihn nicht mehr lange geben, das Interesse fehlt, die nachfolgenden Generationen sind Konsumenten, bringen sich selbst nicht mehr ein.


Schwimmen ist im Lande von Wasser und Wellen ein wichtiger Faktor. Noch vor Jahren begannen die ersten Schwimmversuche bereits im Windelalter. Jede Phase wurde mit dem entsprechenden Schwimmabzeichen dokumentiert. Kinder wie Eltern erfüllte dies mit Stolz. In jüngster Zeit ist ein zunehmendes Desinteresse am Schwimmunterricht zu verzeichnen. Eltern möchten ihre lieben Kleinen keinem Wettbewerb mehr aussetzen, damit diese keine Erfahrungen als Verlierer machen müssen. Leistung zählt nicht mehr, den Vereinen fehlt es auch hier zu Lande an Nachwuchs. Zwar sind Schwimmbäder und Strände voll, verkommen aber immer mehr zu Austragungsstätten für Gewaltexzesse von zugewanderten Jugendlichen, deren Eltern es versäumt haben ihre Kinder am Schwimmunterricht teilnehmen zu lassen, oder sich in einem Wassersport Verein zu engagieren, denn das könnte ja der Integration förderlich sein. (Ich höre jetzt schon die Stimmen, so was in diesem Forum nicht mehr lesen zu müssen). Na ja, was nicht sein darf, muss auch nicht sein!


Jeder Mensch sollte eine oder mehrere sinnvolle Freizeitbeschäftigungen haben, oder sich irgendwo engagieren. Ich selbst beschäftige ich mich seit frühester Jugend mit Modelleisenbahnen, baue Anlagen die mittlerweile eine Größe angenommen haben, deren Handhabung im Alter kaum mehr zu bewältigen sind. Regale und Schränke sind mittlerweile auch vollgestopft mit Loks, Waggons und Häusern. Rückbauen und verkleinern ist deshalb die Devise bei mir und anderen Hobbykollegen. Man trifft sich auf Eisenbahn Börsen, tauscht, verkauft und kauft auch wieder ein Model,l das man trotzdem unbedingt haben möchte. Letzteres manchmal auch zum Leidwesen der Partnerin. Gerne möchte man sein Wissen auch an Jüngere weiter geben. Doch weit und breit kahle oder graue Köpfe, da und dort Rollstühle und Rollatoren, den Vereinen – Ausnahmen bestätigen die Regel - fehlt der Nachwuchs. Erschreckend auch, dass immer mehr Modellbahn Fachgeschäfte ihre Läden dicht machen müssen, da die Kundschaft fehlt, junge Menschen lieber konsumieren, statt sich zu engagieren. Allein in der Provinz Friesland haben in den vergangenen Jahren über die Hälfte der Fachgeschäfte dicht gemacht. Mittlerweile existieren nur noch zwei Läden mit einem akzeptablen Angebot.


Und wie steht es mit dem Nachwuchs im Bootssport? Ein Blick auf die Segelschulen zeigt deutlich, dass der Wunsch zur Teilnahme an jeweiligen Kursen und Lagern ungebrochen ist. Ein herrlicher Anblick wenn Jollen und Valken in einer Linie, angeführt von einem Segellehrer oder einer Segellehrerin in einem kleinen Schleppboot, auf Heeger-, Sneeker- oder De Fluessen zu den Übungsplätzen fahren. Und das bei jedem Wetter! Das abendliche Beisammensein fördert zudem die sozialen Eigenschaften der Jugendlichen. Hier wird eine Tradition fortgesetzt, die bereits durch Eltern und Großeltern hoch gehalten wurde. Dies macht deutlich, dass es durchaus noch Freizeitbeschäftigungen gibt, die erfreulicherweise keine Nachwuchssorgen haben.


Ja, unsere Gesellschaft hat sich verändert, wenn auch nicht immer im positiven Sinne. Sie wird auf Konsum getrimmt, konstruktive Teilnahme steht längst nicht mehr im Vordergrund. Ja auch die Welt hat sich verändert, denn die Musik spielt längst anderswo. Gendersternchen, Klimakleber und selbst ernannte Weltretter finden in China etwa soviel Beachtung, wie ein Sack Reis der in Peking vom Moped fällt. Umso wichtiger scheint mir, dass die Interessen wieder in eine positive Richtung gehen, Interessen die auch das Vereinsleben und die Zusammengehörigkeit stimulieren. Dies meine Gedanken zum Jahreswechsel.

Ich wünsche Ihnen alles Gute, Glück und Gesundheit in 2024. Ihr Hans J. Betz

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