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  • AutorenbildHans J. Betz

Schlagbaum nieder, wir warten wieder



Nur noch wenige Tage und die neue Wassersport Saison beginnt. Dann beginnt auch die zermürbende Wartezeit vor geschlossenen oder geöffneten Brücken. Einerseits warten Freizeitkapitäne, beginnende Skipper sowieso da jede Brückendurchfahrt zum Abenteuer wird, bis der Brückenwächter die Ampel auf Durchfahrt schaltet. Andererseits wünschen eilige Automobilisten, viele davon selbst Wassersportler, die trödelnden Segler mit Zuckerwasser Außenborder und die unsicheren Chartergäste in die Wüste. Aus welcher Position man das Geschehen auch betrachtet, Schuld ist schlussendlich immer der Brückenwächter, oder die Person die die zentral bedienten Brücken steuert. Es gibt aber auch Genießer. Es sind dies die älteren Herren die es sich auf den vielerorts bei den beweglichen Brücken befindlichen „Lügenbänkchen“ gemütlich machen, den Lebensabend genießen und mit teils bissigen Kommentaren das Geschehen kommentieren. Es sei wie es sei, das Leben hat zwei Seiten, die Geschichte allemal, und früher war sowieso alles besser. Alles besser? Nein, auf die Brücken trifft dies keineswegs zu. Noch vor zwei Jahrzehnten drängte sich der Schwerverkehr durch das kleine Woudsend bis die Tische bebten und die Pizzen von den Tellern flogen. Seit der Inbetriebnahme des Aquädukts und der Umfahrung dient die Brücke im Dorf eigentlich nur noch dem Lokalverkehr. Eigentlich, denn manche Autofahrer nutzen den Transitweg, andere wiederum wählen noch immer die Straße durch das Dorf. Wer wohl der Schnellere ist? Ein Schelm ist wer da Böses denkt! Auch die Jeltesloot Brücke ist Friesland Fahrer ein Begriff. Hier war das Warten auf dem Wasser und auf der Straße Programm. Die Fahrt von Lemmer nach Sneek konnte da für Automobilisten schnell einmal zur Geduldsprobe werden. Auch hier gibt es mittlerweile ein Aquädukt und die Warterei hat ein Ende. Weitere Aquädukte, etwa bei Galamadammen, Sneek oder Leeuwarden haben weitere Hindernisse zum Verschwinden gebracht. Zu einem großen Teil konnten die Schwerpunkte durch das Friesische Seenprojekt (Friese Merenproject) eliminiert werden. Dabei kamen Millionen frei, um entsprechende Bauwerke zu finanzieren. Es wurden weit mehr als Aquädukte gebaut, sondern auch Wasserwege saniert und neue Liegeplätze realisiert. Außerdem entstanden neue Anlegestellen, damit das Umsteigen vom Boot an Land und auf das Rad möglich wurde. Der Autor dieses Artikels erinnert sich noch gut daran, dass kaum ein Monat verging, bis die nächste Pressekonferenz oder die Eröffnung einer Schleuse oder eines anderen Bauwerks auf dem Terminkalender stand. Im Rückblick: Das Friesische Seenprojekt war eine Vision die Wirklichkeit wurde und den Tourismus in Friesland nachhaltig geprägt hat.

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